Am 24.01.2026 wurde diese Tour bereits zum 35. Mal durchgeführt. Das Motto hieß „Von Langebrück dem Winter auf der Spur“. Es standen verschiedene Strecken zur Auswahl. Zwei aus unserem Verein wählten die 28 km, zwei weitere die 21 km und 12 Wanderer entschieden sich für die 14 km. Die 14- und 21-km-Läufer trafen sich um 6.30 Uhr am Bahnhof Burgstädt. Mit der Citybahn fuhren wir nach Chemnitz, mit dem RE nach Dresden und von dort aus bis Langebrück. Dieser Ort liegt ca. 15 km von Dresden entfernt, ist von Heidewald umgeben und wurde um 1288 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zum 16. Jahrhundert lag das Dorf am Rande der Heide im Dornröschen-Schlaf, obwohl bereits seit 1479 ein Forstrevier existierte. Mit Beginn der kurfürstlichen Jagd gewann der Ort jedoch an Bedeutung. Erst 2002 endete die lange Tradition. 1845 eröffnete man die Eisenbahnlinie und machte somit eine enge Verbindung zu Dresden möglich. Die rasante Entwicklung setzte ein. Villen, Landhäuser und parkähnliche Gärten entstanden und Langebrück wurde von 1907-47 Kurort. Auch heute sieht alles noch sehr gepflegt und hübsch aus. Im Bürgerhaus erhielten wir die Startkarten. Unsere Wanderung führte anfangs ein Stück durch den Ort. Nach den Bahnhäusern bogen wir auf den Friedersdorfer Waldweg ein. An der Hütte „Sauerbusch“ gab es eine kurze Rast und es ging auf dem Weixdorfer Rundwanderweg weiter. Die zugefrorenen Gewässer unterwegs ließen etwas Winter-Feeling aufkommen. Über Altfriedersdorf wanderten wir über die Hermsdorfer Allee bis zum gleichnamigen Schlosspark.
Allee nach Hermsdorf Schloss Hermsdorf
Das sehenswerte Schloss selbst befindet sich in einem tadellosen Zustand. Es wurde Mitte des 15. Jahrhunderts als Herrensitz durch Otto von Carlowitz erbaut. Die Besitzer wechselten später ständig. Seit dem 2. Weltkrieg bis 1999 befand sich hier eine Senioren-Residenz. Heute gibt es eine Vielzahl kultureller Veranstaltungen und auch Hochzeiten sind möglich. Der Schlosspark kam im 18. Jahrhundert hinzu. Kleine Wasserläufe mit Brücken, ein Kanal und (entsprechend der Jahreszeit vorhandene Pflanzen) geben dem Park ein romantisches Aussehen. Jetzt im Winter waren die zugefrorenen Wasserläufe sehr interessant. Danach ging es weiter nach Grünberg, seit 1994 ein Ortsteil von Ottendorf-Okrilla (bereits 1346 in einer Urkunde des Bistums Meißen erwähnt) und heute attraktiv durch ein Landschaftsschutzgebiet bzw. durch seine Nähe zu Dresden. Wir machten eine kurze Rast an der sogenannten „Ochsenbude“ (aber vom Modell einer Kuh dargestellt). Noch bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurden Ochsen und Kühe in der Landwirtschaft eingesetzt. Wie bei Pferden brachte man Eisenplatten an den Klauen an (zum Schutz vor Abnutzung). Um dem Hufschmied dies zu ermöglichen, wurde der Körper des Tieres mit Gurten angehoben.
Im Schlosspark Hermsdorf Ochenbude
Über den „Roter Graben“-Wanderweg ging es zurück Richtung Langebrück. Der Ort Grünberg liegt an 2 Flüssen, Große Röder und Roter Graben. Dieser mündet nach 8 km in die Große Röder. Über den gleichnamigen Wanderweg, mit Auf- und Abstiegen, kamen wir zurück nach Langebrück und zum Bürgerhaus. Hier endete unsere sehr interessante Wanderung durch die Umgebung von Dresden. Einige Wanderfreunde machten danach noch einen Kurzbesuch in der Landeshauptstadt, welche sich mit weihnachtlichem Flair präsentierte.
Ute Möller
