Am 28.11.2025, um 9.00 Uhr, trafen sich 21 Leute vom Wanderverein Burgstädt am Bahnhof zu einer Tour ins schöne Vogtland. Über Chemnitz ging es mit der MRB nach Plauen, Oberer Bahnhof. Die heutige „Spitzenstadt“ wurde 1122 erstmals urkundlich erwähnt und erhielt bereits 1224 das Stadtrecht. Um 1880 begann mit der industriellen Spitzen-Herstellung der wirtschaftliche Aufschwung, 1881 wurde die Tüllspitze erfunden und um 1900 begründete der Grand Prix auf der Pariser Weltausstellung die Berühmtheit dieser Textilerzeugnisse und sicherte Plauen lange Zeit Ruhm und Wohlstand. 1944/45 zerstörten Bombenangriffe einen Großteil der Stadt. 1989 gingen von hier maßgebliche Impulse für die Friedliche Revolution in der ehemaligen DDR aus. 2010 erfolgte in diesem Zusammenhang die Einweihung eines entsprechenden Denkmals. Mitten im Zentrum befindet sich das Besucherbergwerk „Ewiges Leben“, welches durch einen 500 Jahre alten Alaun-Stollen entstand. Außerdem existiert mit der Sternquell-Brauerei seit 1857 eine langjährige Brautradition. 

Wir begannen unsere Wanderung auf dem Bärenstein (432 m hoch gelegen). Vom 35 m hohen Aussichtsturm hatten wir die ersten Blicke über Plauen. Auf dem Weg in die Stadt begegneten uns mehrmals 2 lustige Figuren. Diese stellen Vater und Sohn dar und repräsentieren Karikaturen des bekannten Plauener Schriftstellers Erich Ohser. Seine Geschichten sind über 70 Jahre alt, aber immer noch über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die Stadt hat einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. U.a. das Vogtland-Theater, altes Rathaus (seit 1382 erwähnt und Wahrzeichen der Stadt), neues Rathaus (1912/13 als Anbau errichtet), Malzhaus (ein wuchtiges Gebäude, um 1727 auf den Resten einer alten Burganlage erbaut und heute ein Veranstaltungszentrum mit einem vielfältigen Angebot), sowie das Vogtlandmuseum , mit Sitz in altehrwürdigen Kaufmannshäusern. Hier wird Geschichte und Kultur von Plauen und der Region dargestellt. Wir gewannen den Eindruck, dass die Stadt sehr viel Interessantes zu bieten hat. Bei einem Besuch kann man nur einen Bruchteil davon kennenlernen. Auch gastronomische Einrichtungen sind in großer Bandbreite vorhanden. Nach dem Mittagessen im gemütlichen altehrwürdigen Cafe` „Trömel“ wollten wir noch Näheres zur Plauener Spitzenherstellung erfahren. Dazu bieten sich 2 Möglichkeiten an: der Besuch des Stickerei-Museums (mit Schwerpunkt „Technik-Vorführung“) und die Fabrik der Fäden. Je nach Interesse teilte sich unsere Wandergruppe auf die beiden industriellen Sehenswürdigkeiten auf. Ich kann hier leider nur über die Fabrik der Fäden berichten. Diese befindet sich im sogenannten „Weisbachschen Haus“, eines der bedeutendsten noch bestehenden Manufaktur-Gebäude Sachsens. Seit 2023 existiert hier eine einzigartige Erlebniswelt zum Thema „Vogtländische Textilindustrie“. Das Fabrikgebäude liefert den entsprechenden Rahmen hierzu. Grundlegend für den Erfolg der Plauener Spitze waren die Herstellungsverfahren und die maschinelle Unterstützung dabei. Aber auch Design und Handarbeit spielen eine wichtige Rolle, wovon wir uns anhand von historischen Originalmodellen überzeugen konnten. Zwischen den Jahren 1918 und 1939 kam es zu erheblichen Problemen, bezüglich der Zulieferer und der Absatzmärkte. Die Herstellung von Haustextilien und Gardinen war eine Alternative. Zu DDR-Zeiten spielte die Plauener Spitze eine wichtige Rolle als Deko für Nacht- und Unterwäsche. In und um Plauen ist das Traditionshandwerk auch heute noch lebendig. Insgesamt gibt es noch 6 produzierende Stickereien in der Region, welche Textilien unter der Marke „Plauener Spitze“ fertigen. Zum Abschluss unseres Besuches in der Spitzenstadt Plauen machten wir noch einen kleinen Bummel über den dortigen gemütlichen Weihnachtsmarkt. Insgesamt war es wieder ein sehr schöner, abwechslungsreicher Tag und Plauen lädt dazu ein, auch die anderen Sehenswürdigkeiten einmal zu besuchen. Mit der Bahn ging es über Chemnitz wieder zurück nach Burgstädt. Vielen Dank an unsere Wanderleiter, Familie Busse, für die tolle Idee zu unserem Ausflug.

 

Ute Möller